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Zweitkatze im Haus
Auf deftige Hiebe....
folgt oft heftige Liebe
Liebe auf den ersten Blick ist bei Katzen die große Ausnahme.
Meistens wird die Neue von der Erstkatze übelst beschimpft.
Doch wenn Sie sieben goldene Regeln beachten, können Sie sich bald über zwei gemeinsam schnurrende Stubentiger freuen.
Sieben Goldene Regeln
| Regel 1 : Sorgen Sie für Ausweichmöglichkeiten. Das gilt vor allem für die neue Katze. Sie muss sich erst einmal orientieren und wird instinktiv die besten Fluchtplätze suchen. Je mehr davon sich im Zimmer befinden ( Regale, Schrankdecken, Lücken unter der Couch oder Sessel ), desto sicherer fühlt sich die Neue. Bei diesem Erstcheck sollte sie unbedingt alleine sein, Ihre erste Katze bleibt anfangs in einem anderen Raum. Sie weiß genau, wohin sie im Notfall flüchten kann. | Regel 2 : Strahlen Sie Ruhe aus. Wenn Sie jetzt die Türen öffnen, damit sich die zwei Tier beschnuppern können, stehen Sie auf keinen Fall gespannt herum. jede menschliche Aufregung überträgt sich auf die Katzen, die sofort in Hab-Acht-Stellung gehen. Setzen Sie sich, schauen Sie keins der beiden Tiere an, lesen Sie ein Buch oder schauen sie TV. Wer`s kann, sollte langsam ein- und ausatmen, das verströmt Ruhe im Raum. | Regel 3 : Greifen Sie nicht ein. Sogar wenn beide Tiere fürchterlich fauchen, spucken, sich von ihrer ekelhaftesten Seite zeigen und Kampfgesänge anstimmen: Meist ist das alles Theater, um beim anderen Eindruck zu schinden. Auch Haare, die nach einer Attacke durch die Wohnung fliegen, sind kein Zeichen einer ernsthaften Auseinandersetzung. Solange jeder der Kontrahenten fliehen kann, kann nicht viel passieren. Halten Sie sich also raus. Nur , wenn beide so verbissen kämpfen, dass sie nicht mehr voneinander lassen, oder ein Tier länger als zehn Minuten in die Enge getrieben bleibt, trennen sie die zwei. |
| Regel 4 : Friedensstifter Hunger und Müdigkeit. Nutzen Sie die elementaren Bedürfnisse aller Katzen nach einem gefüllten Magen und einem kuscheligen Schlafplatz. Will heißen: Vor dem ersten Kontakt dürfen die zwie ruhig hungrig sein, außerdem sollten sie sich bei Spiel und Spaß ( mit Ihnen ) gut ausgetobt haben. Beides mildert die Angriffslust schon ungemein, vor allem, wenn Sie nach den ersten Wutausbrüchen den Duft eines warmen Hähnchens oder einer Ölsardine durchs Zimmer schweben lassen. Das lenkt ab, un mit etwas Glück fressen Ihnen beide ( getrennt ) aus Ihrer Hand und vergessen fürs Erste den Zwist. Fressen, die aufregung und die Spiele vorher machen müde und schlapp und führen oft zu einem Waffenstillstand. Hoffentlich stehen genügend weiche, warme und geschützte Plätze zur Verfügung! | Regel 5 : Helfen Sie mit Tricks nach. Schon im Vorfeld können Sie für Friedensbereitschaft sorgen, wenn Sie die Zimmerluft mit Wohlfühlduftstoffen tränken. Solche Pheromone ( Geruchsstoffe, die die Katzenmutter abgibt und die den Kätzchen Geborgenheit schenken ) können Sie beim Tierarzt erhalten. Auch gut sind Rescue-Tropfen aus der Bach-Blüten-Therapie, die Sie übers Futter träufeln können, am besten schon vor der "Stunde X". | Regle 6 : Geduldig bleiben. Wenn die beiden Katzen sich bei jedem Treff kurz beschimpfen und dann jeder seiner Wege geht, sehen Sie das positiv: Daraus entwickel sich relativ schnell eine Freundschaft. Fliegen ständig weiter die Fetzen, brauchen Sie viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Schimpfen und schreien Sie nicht, das heizt die Kampfbereitschaft nur an. Lenken Sie lieber mit lockender hoher Stimme ab - mit knisterndem Spielzeug, kleinen Leckerbissen oder einer Einladung zu einer gemeinsamen Schlummerstunde auf der Couch. Das unterbricht den Zickenkrieg meist. |
| Regel 7 : Menschliche Fairness bringt nichts. In Katzenkreisen gelten andere Regeln. Deshalb müssen Sie ihre erste Katze einige Zeit lang bevorzugen. Für sie ist das kein Triumph, sondern ihr gutes Recht. Je deutlicher Sie Streicheleinheiten, Futtergaben und Spiel-Ideen mehr Ihrer Erstkatze schenken, desto duldsamer wird sie der Konkurrentin gegenüber. Diese braucht Ihnen nicht leid zu tun. Katzen sind raffiniert. Wenn die Neue erkennt, dass der einzig Weg zu Ihnen ( und all den herrlichen Dingen, die Sie bieten ) über ihre Rivalin führt, wird sie erst Gesten der Versöhnung zeigen, die hoffentlich auf fruchtbaren Boden fallen. |
Quelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe März 2010